Kündigungsschutz

Wenn Sie von einer Kündigung betroffen sind, müssen Sie schnell entscheiden, wie Sie darauf reagieren. Dabei kann es um sehr viel Geld gehen, denn die meisten Arbeitnehmer können eine Abfindung verlangen.

Wir zeigen Ihnen mit einer Schritt für Schritt Anleitung, wie Sie bei einer Kündigung das für Sie richtige Vorgehen herausfinden.

Wenn Sie wissen wollen, welche Abfindung Ihnen zusteht, nutzen Sie unseren Abfindungsrechner.

Nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit, um unsere Anleitung ein mal durchzugehen. Danach können Sie auf einer fundierten Grundlage entscheiden, was für Sie persönlich die beste Vorgehensweise ist.

Schritt 1: Werden Sie sich darüber klar, welche Möglichkeiten Sie haben.

Schritt 2: Überlegen Sie, welche Folgen jede der Möglichkeiten für Sie hat.

Schritt 3: Wichtig: Bedenken Sie die Kosten!

Schritt 4: Treffen Sie eine bewusste Entscheidung.


Und los geht´s mit:

schritt 1 - Möglichkeiten bei kündigung

Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn Sie vom Arbeitgeber eine Kündigung bekommen haben, müssen Sie entscheiden, ob Sie sich dagegen wehren und wenn ja, auf welche Weise. Sie haben diese 4 Möglichkeiten:

a) die Kündigung akzeptieren. Dann endet das Arbeitsverhältnis zu dem in der Kündigung genannten Termin.

b) anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen – idealer Weise natürlich bei unseren Fachanwälten für Arbeitsrecht

c) selbst mit dem Arbeitgeber über eine einvernehmliche Beendigung und eine Abfindung verhandeln

d) selbst eine Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht einreichen.

Bevor Sie sich für eine dieser Möglichkeiten entscheiden, sollten Sie wissen, was für Folgen und welche Kosten für Sie damit verbunden sind. Deshalb folgt:


schritt 2 - folgen bei kündigung

Folgen bedenken

Einige wichtige Punkte zu den genannten 4 Möglichkeiten sollten Sie beachen:

a) Wenn Sie die Kündigung akzeptieren:

Bedenken sie vor allem zwei Punkte, wenn Sie eine Kündigung akzeptieren:

Eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld droht dann, wenn der Arbeitgeber die Kündigung auf ein Fehlverhalten stützt. Erst recht folgt eine Sperrzeit bei einer fristlosen Kündigung.

Weil die meisten Kündigungsschreiben keine Begründung enthalten, wissen viele Arbeitnehmer nicht genau, wie der Arbeitgeber die Kündigung begründet. Wenn Sie unsicher sind, aus welchem Grund Ihnen gekündigt wurde, dann sollten Sie sich klar machen, dass sie bis zu 12 Wochen kein Arbeitslosengeld bekommen, wenn der Arbeitgeber gegenüber der Arbeitsagentur verhaltensbedingte Gründe angibt.

Viele Arbeitnehmer verschenken die Chance auf eine Abfindung. Überlegen Sie deshalb an dieser Stelle genau, warum Sie auf diese Chance verzichten sollten. Fakt ist:

So gut wie jeder Arbeitnehmer, der mehr als 6 Monate in einem Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern tätig war, kann eine Abfindung herausholen. Trotzdem lassen 83% aller Arbeitnehmer diese Chance ungenutzt! Warum eigentlich?

Die Antwort darauf findet sich wahrscheinlich in Schritt 3…

Lesen sie auch: Wann bekommt man eigentlich eine Abfindung?

b) Anwaltliche Beratung

Nach Erhalt einer Kündigung anwaltliche Beratung einzuholen dürfte objektiv betrachtet eine durchaus gute Idee sein. Denn z.B. die Frage, ob überhaupt Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) besteht, ist oft schon nicht so einfach zu beantworten. Die Frage, ob eine Kündigung wirksam ist, kann schwierigste Rechtsfragen aufwerfen und ist sicher nicht ohne juristischen Beistand richtig einzuschätzen.

Viele Betroffen schrecken davor zurück, an dieser Stelle einfach mal zum Telefon zu greifen und einen Fachanwalt für Arbeitsrecht anzurufen. Zu Unrecht! Nutzen Sie hier unsere kostenlose Hotline: 0800 80 60 333! Sie erhalten eine kurze Ersteinschätzung vom Fachanwalt und können dann ggf. entscheiden, wie Sie weiter vorgehen wollen.

Aber lesen Sie zuerst diese Anleitung bis zu Ende, dann haben Sie eine bessere Entscheidungsgrundlage und mehr vom Gespräch mit dem Anwalt.

c) Selbst über eine Abfindung verhandeln

Wenn Sie gute Nerven haben und es sich zutrauen, dann können Sie natürlich selbst mit dem Arbeitgeber über eine Abfindung verhandeln. Unsere Empfehlung dazu: Nutzen Sie unseren Abfindungsrechner. Mit unserem Rechner bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie hoch eine Abfindung in Ihrem Fall sein könnte. Dabei werden viele Individuelle Merkmale mit berücksichtigt.

Beachten Sie, dass unser Abfindungsrechner den Sinn hat, Ihnen eine REALISTISCHE Vorstellung einer Abfindung zu geben. Sie sollten also nicht mit dem Betrag, den sie aus unserem Abfindungsrechner erhalten, in die Verhandlung gehen! Für die Verhandlung über eine Abfindung sollten Sie sich gute Argumente zurechtlegen.

Beachten Sie, dass die Kündigung 3 Wochen nach Zugang gem. § 4 KSchG endgültig wirksam wird und nicht mehr angegriffen werden kann. Für Abfindungsverhandlungen fehlt dann jede Grundlage. Sieh deshalb den nächsten Punkt:

d) Selbst Klage erheben

Sie können selbst Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Jedes Arbeitsgericht hat eine Rechtsantragsstelle, bei der Ihnen ein Mitarbeiter bei Erstellung und Einreichung der Klage hilft.

So eine Klage verhindert, dass die Kündigung gem. § 4 KSchG rechtskräftig wird.

Nach Klageerhebung wird vom Arbeitsgericht eine sog. Güteverhandlung anberaumt. Dort besteht die Gelegenheit, mit dem Arbeitgeber einen Vergleich über die Beendigung und die Zahlung einer Abfindung zu schließen. So können Sie den Arbeitgeber zu einer Verhandlung zwingen, wenn er auf ihr Gesprächsangebot außergerichtlich nicht eingeht.

Wenn Sie ohne Anwalt in die Güteverhandlung gehen können Sie mit Hilfe des Gerichts bei Rechtsfragen rechnen, allerdings nicht mit einer umfassenden Rechtsberatung.

Spätestens dann, wenn in der Güteverhandlung kein Vergleich geschlossen wird sondern das erstinstanzliche Verfahren es erfordert, dass Schriftsätze verfasst werden, sind Sie allerdings ohne Anwalt nach unserer Erfahrung nicht mehr in der Lage, den Prozess aussichtsreich zu führen.


Kosten bei Kündigungsschutz

Kosten bedenken

Ein Entscheidender Faktor bei der Frage, welche Möglichkeit für Sie richtig ist, sind die Kosten.

Wichtig zu wissen ist, dass im Arbeitsrecht der allgemeine Grundsatz, wonach der Verlierer eines Rechtsstreits auch die Anwaltskosten des Gegners tragen muss, nicht gilt.

In § 12a Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) ist dieser Grundsatz festgelegt. Er gilt aber auch außerhalb des Gerichtsverfahrens, sodass Sie davon ausgehen müssen, ihre Anwaltskosten immer selbst tragen zu müssen.

Wie hoch die Anwaltskosten sind, können Sie leicht selbst berechnen. Bei Kündigungsschutzklagen müssen Sie zunächst Ihr Monatsgehalt mit 3 multiplizieren. Wie Sie Ihr durchschnittliches Monatsgehalt richtig berechnen erfahren Sie hier. Wenn Sie also 2.500,- € monatlich verdienen, erhalten Sie einen Betrag von 7.500,- €. Jetzt gehen Sie zum Prozesskostenrechner und geben dort die Summe der drei Monatsgehälter in das Feld „Streitwert“ ein. Entfernen Sie die Häckchen bei „außergerichtliche Vertretung“ und bei „2. Instanz“, so wie im nachfolgenden Beispiel:

So erhalten Sie die Prozesskosten für ein reguläres Gerichtsverfahren.

Für Sie relevant ist allerdings nur das Feld „Eigene Anwaltskosten“, denn Gerichtskosten fallen nur dann an, wenn ein Urteil ergeht und die gegnerischen Anwaltskosten müssen Sie (in der ersten Instanz) nicht zahlen.

Wenn Sie den Hacken im Feld „Einigungsgebühr“ setzen, sehen Sie die Gebühren, die anfallen, wenn z.B. in der Güteverhandlung oder im Laufe der ersten Instanz ein Vergleich (= Einigung) geschlossen wird.

anwaltskosten kündigungsschutzverfahren
anwaltskosten kündigungsschutzverfahren

Was bedeutet das nun konkret?

Ganz einfach: Wenn Sie mit einem Anwalt im erstinstanzlichen Verfahren einen Vergleich schließen und eine Abfindung von 5.000,- € vereinbart wird, fallen Gebühren in Höhe von 1.923,04 € an, wenn Ihr Monatsgehalt 7.500,- € beträgt. Und von den 5.000,- € Abfindung wird auch noch die Einkommenssteuer abgezogen.

Rechtsschutzversicherung ja oder nein?

Um es klar zu sagen: ohne Rechtsschutzversicherung lohnt sich die Beauftragung eines Anwalts nur dann, wenn die Aussicht besteht, eine Abfindung zu erzielen, die höher als die Anwaltskosten ist. Und auch dann ist noch eine Risikoabwägung vorzunehmen, denn die Abfindung ist nicht 100% sicher, das Anfallen der Anwaltsgebühren allerdings schon.

Aber: Die oben berechneten Anwaltsgebühren fallen nur dann an, wenn Sie einen Auftrag zur Vertretung erteilen. Auf jeden Fall sollten Sie sich eine kostenlose Ersteinschätzung über unsere Hotline holen. Selbst dann, wenn unsere Ersteinschätzung zeigt, dass Erfolgsaussichten bestehen, sie aber noch keinen Klage- oder Vertretungsauftrag erteilen wollen, gibt es noch die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Erstberatung durchzuführen. Die Kosten dafür betragen in der Regel 190,- EUR incl. MWSt.

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, ist unsere Empfehlung klar: gehen Sie zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, holen Sie sich eine Einschätzung zur Kündigung und den Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage und einer Abfindung.


Action gegen die Kündigung

Action!

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, sollten Sie auf die wesentlichen Punkte aufmerksam geworden sein, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen müssen.

Sollten noch Fragen offen sein: Rufen Sie uns an – kostenlos!

Sie wollen gleich eine konkrete rechtliche Einschätzung zu Ihrem Fall? Schicken Sie uns per Upload Ihre Kündigung zu, wir prüfen den Fall und melden uns bei Ihnen.

Sie wollen selbst versuchen eine Abfindung zu verhandeln? Scheuen Sie sich nicht, Sie schaffen das. Und wenn Sie doch noch Unterstützung brauchen: wir sind für Sie da

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